125 Jahre durch das Vest

Die wechselvolle Geschichte der Vestischen Straßenbahnen

Bild: Zwei Vorträge, eine Oldtimer-Bus- und Straßenbahnfahrt sowie eine Sonderausstellung machen die 125-jährige Geschichte der Vestischen Straßenbahn eindrucksvoll erlebbar. Foto: Sammlung Ralph Bernatz, AWO Club Herten

Recklinghausen. Einen umfassenden Einblick in die bewegte Geschichte der Vestischen Straßenbahnen GmbH im Vest Recklinghausen gibt eine Ausstellung ab 13. Mai im Institut für Stadtgeschichte, Hohenzollernstraße 12. Anlass ist das 125-jährige Bestehen der Vestischen. Die Ausstellung, die bis zum 17. Juli läuft, zeigt historische Artefakte und bietet ergänzende Veranstaltungen wie Rundfahrten und Vorträge.

Einst gehörte das Unternehmen zu den Betreibern eines der größten Straßenbahnnetze Deutschlands: Die Linien erstreckten sich von Oberhausen bis Brambauer und von Marl bis Gelsenkirchen. Ziel war es, Recklinghausen mit allen Städten und Gemeinden des Kreises zu verbinden. Ein ambitioniertes Vorhaben, das in einem Streckennetz von über 195 Kilometern Länge mündete.

Eröffnet wird die Sonderausstellung am heutigen Mittwoch um 17 Uhr. „Diese Ausstellung weckt ganz bestimmt bei vielen Besucherinnen und Besuchern nostalgische und ganz persönliche Erinnerungen an die Ära der Straßenbahnen in Recklinghausen“, sagt Bürgermeister Axel Tschersich: „Die Straßenbahnen haben einst den Personennahverkehr revolutioniert. In unserer Zeit, in der Mobilität neu gedacht werden muss, ist ein Blick zurück in diese bedeutende Epoche des öffentlichen Personennahverkehrs ebenso wichtig, wie kreative und auch ausgefallene Ideen, um neue Konzepte entwickeln zu können. Spannend finde ich beispielsweise die urbane Seilbahn auf dem Blumenthal-Areal in unserer Nachbarstadt Herne. Es kommt auf einen passenden Mix an Mobilitätsangeboten an.“

Der Bürgermeister wird die Ausstellung im Institut für Stadtgeschichte eröffnen. Interessierte Bürger sind herzlich eingeladen.

Das Zeitalter der Straßenbahn im Vest
wird wieder lebendig

Die Ausstellung lädt ein zu einem Blick zurück in glanzvolle Zeiten der „Vestischen“, bis hin zum schleichenden Abschied und dem Wandel zur heutigen Mobilität. Bis in die 1970er-Jahre war die Straßenbahn ein selbstverständlicher Teil des Alltags vieler Menschen. Mit dem Einzug des automobilen Zeitalters geriet sie jedoch zunehmend ins Abseits. Fahrscheine, originale Schaffnerausrüstung mit Galoppwechsler, Modellnachbildungen aller Triebwagentypen, historische Pläne und Fotografien und vieles mehr lassen das Zeitalter der Straßenbahn im Vest wieder lebendig werden.

Der reguläre Straßenbahnbetrieb der Vestische Straßenbahnen im Kreis Recklinghausen endete am 3. Oktober 1982. An diesem Tag wurde der letzte Streckenteil am Recklinghäuser Hauptbahnhof stillgelegt.

Die Idee und das Konzept der Ausstellung hat eine Gruppe von Straßenbahn-Enthusiasten entwickelt. Zum „Freundeskreis Vestische“ gehören: Ralph Bernatz, Andreas Heller, Michael Kowalski, Klaus Giesen, Franz-Josef Hauke und Hans-Uwe Möller. Die Gruppe besteht, wie sie selbst sagt, aus Bastlern, Sammlern, Fotografen und Zeitzeugen.

Wednesday, 13. May 2026, 15:00 • Verfasst in Vest, Recklinghausen

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