Aus für den „Badeweiher“ nach 74 Jahren
Evonik gibt das beliebte Freibad aus Kostengründen auf

Marl. Der Badeweiher in Marl hat seit Jahrzehnten viele Gäste angelockt. Nun die schlechte Nachricht: Das beliebte Freibad wird geschlossen. Das Freibad vor den Toren des Chemieparks bot unzähligen Marlern Abkühlung. Diese Tradition findet nun ein jähes Ende.
In einen kühlenden See springen und beim Schwimmen die Fischreiher am Ufer beobachten – der Badeweiher am Chemiepark Marl mit der großen Liegewiese bietet Erholung pur. Darauf werden Wasserfreunde zukünftig verzichten müssen. Denn Evonik, als Betreiber des Freibades, hat die Schließung mitgeteilt. Als Grund für diese Entscheidung nennt das Unternehmen die jährlichen Unterhaltskosten, die einen sechsstelligen Betrag erreichen würden und nicht mehr tragbar seien.
Das Naturfreibad wurde 1952 eröffnet und hat Besucher weit über die Stadtgrenzen hinaus angezogen.
Etwa die Hälfte des Weihers wurde bisher als Badegewässer genutzt, während der Rest als Biotop abgesperrt ist. Die Wasserfläche ist in einen Nichtschwimmer- und einen Schwimmerbereich unterteilt, die Uferflächen sind in Liege- und Spielflächen unterteilt.
In dieser Saison bleiben also noch zwei privat – von Ehrenamtlichen – betriebene Freibäder: Das Guido-Heiland-Bad in Alt-Marl sowie das Bürgerbad Loemühle in Hüls.
1 Kommentar:
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btwoball schrieb,
Comment • 30. April 2026 @ 9:32
Seit 1952 ein Ort für alle. Durch Strukturwandel, Wirtschaftskrisen und alles dazwischen.
Jetzt soll das Freibad in Hüls schließen – wegen 300.000 € im Jahr. Zum Vergleich: Evonik hat 2025 einen Konzerngewinn von 265 Millionen Euro erzielt und schüttet für dieses Jahr eine Gesamtdividende von 466 Millionen Euro aus. Die 300.000 € für das Bad entsprechen dabei gerade einmal 0,06 Prozent der Dividendensumme.
Das ist nicht nur bedauerlich. Es ist unverständlich und schlicht unverhältnismäßig.
Wer Fachkräfte sucht und Standorttreue erwartet, muss auch etwas dafür tun. Bindung entsteht nicht durch Hochglanzbroschüren – sondern durch gelebte Gemeinschaft: beim VfB Hüls, am Badeweiher, im Schatten der Industriesilhouette.
Evonik und die RAG-Stiftung als Hauptanteilseigner haben es in der Hand. Das Bad muss bleiben.