„Wetten dass…“-Erfinder war sichtlich gerührt
Frank Elstner geehrt / Tatort-Duo kriegt Grimme-Preis gleich für ersten Fall

Bild: Die besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands ging an Frank Elstner.
Marl. Er revolutionierte mit der Erfindung von «Wetten, dass..» die deutsche Fernsehunterhaltung und kämpft öffentlich mit viel Energie für Parkinson-Erkrankte: Bei der Grimme-Preis-Verleihung gestern Abend im Theater Marl hat TV-Moderator Frank Elstner den begehrten Grimme-Preis bekommen.
Auf der Bühne war Elstner den Tränen nah: „Sie sehen an meiner Rührung, dass das auch für mich ungewöhnlich ist, so ausgezeichnet zu werden“, sagte Elstner.
Zum 62. Mal zeichnete das Grimme-Institut herausragende Fernsehproduktionen aus, vergeben wurden 16 reguläre Preise sowie drei Sonderpreise. Zu den prominentesten Geehrten zählen Frank Elstner (84) sowie das neue Frankfurter „Tatort“-Duo Melika Foroutan (49) und Edin Hasanovic (34). Größter Gewinner des Abends ist das ZDF mit zehn Trophäen, die ARD wurde mit fünf Preisen bedacht. Moderiert wurde die Veranstaltung von Linda Zervakis, begleitet von Helmut Zerlett und Band.
Grimme-Direktorin Çi?dem Uzuno?lu betonte in ihrer Begrüßung: „Heute ehren wir vorbildliches, wegweisendes Fernsehen. Dieser Abend gehört vor allem den Macherinnen und Machern.“ Sie eröffnen immer wieder Perspektiven für den öffentlichen Diskurs, machen Komplexität in einer Zeit sichtbar, die allzu oft nach Vereinfachung verlange.

Bild: Das Frankfurter Tatort-Duo Melika Foroutan und Edin Hasanovic freut sich über den Grimme-Preis.
Nathanael Liminski, Medienminister des Landes Nordrhein-Westfalen und Chef der Staatskanzlei: „Die tägliche Informationsflut und Bilderflut in den Sozialen Medien und klassischen Medien macht es immer schwerer, den Überblick zu behalten. Wenn dann auch noch gesteuerte Desinformation und KI-generierte Inhalte dazu kommen, verschwimmen die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion. Damit stehen wir als Gesellschaft vor einem echten Problem. Ein Problemlöser ist und bleibt unabhängiger Qualitätsjournalismus, der komplexe Inhalte verständlich vermittelt und Menschen für faktenbasiertes Wissen gewinnen kann. Der Grimme-Preis macht genau solche herausragenden Leistungen sichtbar und stärkt zugleich die öffentliche Auseinandersetzung über Medien.“
Die Besondere Journalistische Leistung erhielt Golineh Atai. In der Kategorie Information & Kultur wurde u. a. „Hass.Hetze.Hoffnung.“ ausgezeichnet, erst die Zweite RTL 2 Produktion ebenso mehrere Dokumentarfilme. In der Fiktion gewannen Filme und Serien wie „Tatort – Dunkelheit“ und „Die Affäre Cum-Ex“. Die Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands ging an Frank Elstner.
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