Jetzt droht Hundehaltern in Dorsten ein Bußgeld

Zensus für Vierbeiner: Kontrolleure auf der „Jagd“ nach nicht gemeldeten Hunden

Dorsten. Die Stadt erfasst ab Montag alle Hunde im Stadtgebiet. Wer sein Tier noch nicht angemeldet hat, sollte dies schnellstmöglich tun, um Nachzahlungen und Bußgelder zu vermeiden.

Ein Dienstleister erfasst vom 13. April bis voraussichtlich 17. Juli die im Stadtgebiet lebenden Vierbeiner. Dabei geht es nach Aussage der Stadtverwaltung um Steuergerechtigkeit und vor allem um die korrekte Anmeldung aller Hunde. Wer dies noch nicht getan hat, sollte die Anmeldung mit einem Nachweis zum Beginn der Hundehaltung online auf www.dorsten.de/hunde nachholen.

Zum Stichtag 31.12.2025 waren in Dorsten 6386 Hunde gemeldet. In 4877 Haushalten lebte jeweils ein Vierbeiner, in 684 waren es zwei Tiere oder mehr. Die letzte Bestandserfassung im Jahr 2013 legt nahe, dass es darüber hinaus zahlreiche Hunde gibt, die bisher nicht angemeldet sind: Damals wurden in Summe rund 1000 Tiere zusätzlich erfasst.

Mitarbeiter des beauftragten Unternehmens besuchen Haushalte in der Lippestadt, um eventuell dort lebenden Hunde zu erfassen. Sie haben die Meldeadressen und Nachnamen der volljährigen Bewohner, aber keine Namen von Personen mit Auskunftssperren. Es wird nicht zwischen bereits erfassten Hundehaltern und Haushalten ohne gemeldeten Hund unterschieden.

Minderjährige und Nachbarn werden nicht befragt

Die Kontrolleure können sich ausweisen und fragen nur volljährige Bewohner nach ihren Tieren. Die Befragten müssen wahrheitsgemäß antworten. Minderjährige und Nachbarn werden nicht befragt, und die Mitarbeiter dürfen keine Wohnungen betreten. Ist niemand zu Hause, klingeln sie später noch einmal. Danach wird ein Informationsschreiben im Briefkasten hinterlassen mit einem Anmeldevordruck für nicht erfasste Hunde.

Werden Hunde nicht angemeldet, droht ein Bußgeld. Bei Anmeldung vor der Bestandsaufnahme verzichtet die Stadt auf ein Bußgeldverfahren. Für die Anmeldung ist ein Kaufvertrag oder ein ähnlicher Beleg nötig, der belegt, seit wann das Tier im Haushalt lebt. Ist dies nicht möglich, kann die Steuer geschätzt werden.

Die Hundesteuer ist eine Gemeindesteuer in NRW. Alle Hunde, die im eigenen oder im Interesse von Haushaltsangehörigen gehalten werden, sind steuerpflichtig. In Dorsten kostet ein Hund 108 Euro pro Jahr. Für zwei Hunde sind es 120 Euro pro Hund, für drei oder mehr Hunde 132 Euro pro Hund. Gefährliche Hunde oder Hunde bestimmter Rassen kosten das Vierfache. Die Hundesteuer in Dorsten liegt in NRW im Mittelfeld. Sie ist niedriger als in Verl (24,60 Euro) und höher als in Hagen (180 Euro). Auch Arbeitslosengeld II- oder Grundsicherungsempfänger müssen Hundesteuer zahlen.

Es gibt auch Ausnahmen von der Hundesteuer

Hunde, die blinden, gehörlosen, hilflosen oder stark gehbehinderten Menschen helfen oder im Rettungsdienst eingesetzt werden, sind von der Hundesteuer befreit oder erhalten Ermäßigungen.

Die Stadt erhält jährlich rund 730.000 Euro aus der Hundesteuer. Das Geld fließt in den allgemeinen Haushalt und unterstützt Schulen, Kitas, Sport, Kultur und mehr. Die Steuer bringt keine Privilegien und befreit nicht von der Pflicht, Hundekot zu beseitigen. Sie kommt aber auch dem Natur- und Tierwohl zugute: Das Dorstener Tierheim z.B. erhält jährlich 235.000 Euro, die Biologische Station in Lembeck 34.500 Euro für Umweltbildung. Die Stadt stellt außerdem rund 160 Kotbeutelspender und Mülleimer an beliebten Gassistrecken bereit.

Weitergehende Informationen rund um die Hundehaltung in Dorsten und zur Hundesteuer sind online zu finden auf www.dorsten.de/hunde.

Saturday, 11. April 2026, 11:10 • Verfasst in Dorsten

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