Groß angelegte Razzia gegen Schleuser
Eine Spur führt auch nach Marl

Symbolbild
Marl/Region. Es war eine großangelegte Razzia gegen Schleuser: Am frühen Morgen des 25. März waren 500 Einsatzkräfte im Ruhrgebiet unterwegs. In Essen, Gelsenkirchen, Marl, Herdecke und Lüdenscheid durchsuchten sie zahlreiche Gebäude und nahmen auch vier mutmaßliche Schleuser fest. Nun stellte sich heraus: In einer Lagerhalle in Marl-Polsum fand die Polizei ein Schlauchboot, wie es von Schleusern für den illegalen Transport von Migranten benutzt wird.
Der Einsatz vor einer Woche hatte gegen 7.30 Uhr begonnen. Auch in Polsum waren vermummte Kräfte der Bundespolizei im Einsatz, auch ein Hubschrauber landete in der Nähe. Bei den Durchsuchungen in mehreren Städten stellten die Ermittler elf Schlauchboote, Handys, Rettungswesten, Bargeld, zwei Gewehre und eine Pistole sicher.
Ruhrgebiet wichtige Region für Schleuser
Es bestehe der Verdacht, dass Flüchtlinge mit kleinen Booten illegal über den Ärmelkanal nach Großbritannien eingeschleust würden, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft und Bundespolizei.
Das Ruhrgebiet und insbesondere die Stadt Essen dienten als Drehscheibe, da die Stadt weit genug von der Küste entfernt sei, um keinen Verdacht zu erregen, aber nah genug dran, um schnell starten zu können, hieß es aus Polizeikreisen. Nach Einschätzung der Behörden haben die Schleuser eine erhebliche Lebensgefahr für die Migranten in Kauf genommen, denn die eingesetzten Boote seien für die Überfahrt über den Ärmelkanal ungeeignet gewesen.
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