Vier Frauen wollen Friedhofskultur in RE aktiv mitgestalten

Bild: Sabine Wisniewski, Monika Pape, Sarah Reinhardt und Angelika Mizgalski (von links) leiten in der Pfarrei St. Antonius in Recklinghausen ehrenamtlich Beerdigungen. Foto: Michaela Kiepe

Recklinghausen. Vier Frauen aus der Recklinghäuser Pfarrei St. Antonius leiten ehrenamtlich Beerdigungen. Sie haben am Ausbildungskurs für den Trauer- und Begräbnisdienst des Bistums Münster teilgenommen. Alle engagieren sich seit ihrer Jugend in der Pfarrei.

Sabine Wisniewski (58) leitet seit kurzem Beerdigungen. Zuerst zögerte sie, doch dann überzeugte sie die Bedeutung christlicher Beerdigungen. Sie hat bereits zwei Beisetzungen geleitet.

Auch Angelika Mizgalski (66) war anfangs skeptisch. Sie begann mit der Option auszusteigen, fühlte sich aber gut bei ihrer neuen Aufgabe. Für sie ist es ein Dienst der Barmherzigkeit.

Monika Pape hatte der Gedanke bewegt, dass Verstorbene würdig bestattet werden. „Für mich ist es ein besonderes Gefühl, einen Menschen beerdigen und die Familie begleiten zu dürfen“, sagt die 61-jährige Pflegeberaterin.

„Das Thema Tod immer vermieden“

„Wir begegnen sehr unterschiedlichen Menschen und erleben sie in einer schweren Zeit ihres Lebens. Das ist sehr besonders“, sagt auch Sarah Reinhardt. Als Kaplan Jan Aleff sie auf die Möglichkeit und den Kurs angesprochen habe, sei sie zunächst perplex gewesen. Sie informierte sich weiter im Internet und beschäftigte sich mit dem Gedanken.

„Ich habe das Thema Tod immer vermieden. Aber je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr überzeugte mich der Kurs. Ich kann daran wachsen“, beschreibt sie ihren Entscheidungsprozess.

Die vier Beerdigungsleiterinnen beobachten einen Wandel in der Bestattungskultur. „Viele wünschen sich einen Grabgang. Wir treffen uns auf dem Friedhof und begleiten den Verstorbenen zum Grab. Dort findet eine kleine Andacht statt“, erklärt Monika Pape. Wichtig sei, dass die Menschen sich in der Feier wiederfinden.

Der Ausbildungskurs bereitete sie gut auf ihre Aufgabe vor. „Wir waren zu viert und haben uns schnell als Einheit gefunden“, sagt Sabine Wisniewski. Angelika Mizgalski ergänzt: „Die Gruppe gibt uns Sicherheit. Wir treffen uns regelmäßig und sprechen über unsere Erfahrungen. Wenn jemand Hilfe braucht, ist immer jemand da.“

Die vier Frauen wollen die Friedhofskultur in Recklinghausen aktiv mitgestalten und haben sich bereits andere Friedhöfe angeschaut. „Wir wünschen uns einladendere Friedhöfe, die zum Verweilen, Gedenken und zur Begegnung einladen“, sagt Sarah Reinhardt.

Tuesday, 17. February 2026, 13:23 • Verfasst in Recklinghausen

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