Seit 45 Jahren Hilfe in schwierigen Lebenslagen
Bild: Aus erster Hand informierte sich Bürgermeister Axel Tschersich (3. v. l.) über die Arbeit der Telefonseelsorge. Die Leiterinnen Vera Meier und Christa Bischoff stellten mit Superintendentin Saskia Karpenstein (Kuratorium), Christa Müther und Peter Braukmann (beide Mitarbeiterrat/v. l.) das Konzept vor. Foto: Stadt RE
Recklinghausen. Seit 1979 ist die Telefonseelsorge ein wichtiger Teil der psychosozialen Hilfe in Recklinghausen. Sie bietet Menschen in Krisen anonyme und kostenlose Unterstützung, sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. Bürgermeister Axel Tschersich besuchte jetzt die Telefonseelsorge und erfuhr von den Leiterinnen Christa Bischoff und Vera Meier mehr über ihre Arbeit. Jährlich bearbeiten 110 Ehrenamtliche etwa 14.000 Anrufe und 1.500 Internetchats. Für gute Erreichbarkeit kooperiert die Recklinghäuser Telefonseelsorge mit den Standorten in Münster und Bad Oeynhausen.
Menschen wenden sich aus verschiedenen Gründen an die Telefonseelsorge: Einsamkeit, psychische Erkrankungen, Konflikte im Privat- oder Berufsleben, familiäre Probleme, Ängste und körperliche Beschwerden. In etwa zehn Prozent der Fälle geht es um suizidale Gedanken. Rund ein Drittel der Ratsuchenden kontaktiert die Telefonseelsorge zum ersten Mal.
Dieses Engagement kann Leben retten
„Die Telefonseelsorge zeigt eindrucksvoll, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für unsere Stadt ist“, sagt der Bürgermeister. „Hier nehmen sich Menschen Zeit, hören zu und geben Halt, oft genau dann, wenn jemand in einer Krise keinen anderen Ausweg sieht. Dieses Engagement kann Leben verändern und retten. Ich habe großen Respekt vor dem Team der Telefonseelsorge.“
Die ehrenamtlichen Frauen und Männer erhalten eine intensive und professionelle Ausbildung. Diese dauert 18 Monate und umfasst rund 250 Stunden. Dabei lernen sie unter anderem Biographiearbeit, Gesprächsführung und beschäftigen sich mit speziellen Themen. Regelmäßige Supervision begleitet das Engagement. Peter Brauckmann, Christa Müther und Elisabeth Nordhues vom Mitarbeiterrat betonen, dass die Tätigkeit herausfordernd, aber auch sehr erfüllend ist.
Die Ehrenamtlichen leisten 30 Tagesschichten pro Jahr (jeweils drei Stunden) und vier bis fünf Nachtschichten. Obwohl es derzeit keinen akuten Personalengpass gibt, sucht die Telefonseelsorge ständig neue Mitstreiter.
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