Von Stiefeln, Schimmeln und Hubschraubern
Wenn es nach Mandarinen, Nüssen und Spekulatius duftet, ist er nicht mehr weit: Der Nikolaus. Während er in Deutschland am Vorabend des 6. Dezembers die Stiefel füllt, reist er in anderen Ländern ganz anders an – mit Schimmel, Hubschrauber oder als Schutzpatron der Meere. Wir nehmen Sie mit auf eine kleine Weltreise im Zeichen des wohl beliebtesten Winterboten.
Niederlande: Sinterklaas kommt per Boot
In Holland heißt der Nikolaus Sinterklaas – und der lässt sich jeden Sommer in Spanien die Sonne auf den Bauch scheinen. Im November kommt er dann mit seinen Helferlein, den Pieten, im Schlepptau per Boot wieder in den Niederlanden an. Von da an ist er im ganzen Land unterwegs und reitet auf seinem Schimmel über die Dächer Amsterdams, Rotterdams und Co. – bis der große Tag gekommen ist.
Am Abend des 5. Dezembers findet der „Pakjesavond“, zu Deutsch Päckchenabend, statt. Familien singen Lieder, bis endlich jemand an der Tür klopft. Vom weißbärtigen Herrn im roten Mantel fehlt jedoch jede Spur – nur ein Sack voller Geschenke steht da. Doch wer nicht brav war, sei gewarnt: Unartige Kinder erwarten keine Präsente, sondern der Legende nach stecken die Pieten sie in einen Sack und nehmen sie mit zurück nach Spanien.
Brasilien: Papa Noel landet spektakulär
In Rio de Janeiro legt der Nikolaus einen ganz besonderen Auftritt hin. Statt mit dem Schlitten fliegt „Papa Noel“ mit dem Hubschrauber ein – und statt sich durch enge Schornsteine zu quetschen, landet er in seinem Propeller-Mobil an keinem geringeren Ort als dem Spielfeld des weltberühmten Maracanã-Stadions. Unter dem Jubel tausender Zuschauer wird so die Weihnachtszeit eingeläutet.
Rumänien: Mo? Nicolae und die Rute der zweiten Chance
Auch in Rumänien stellen Kinder wie hierzulande vorfreudig Stiefel vor die Tür und hoffen auf Geschenke von „Mo? Nicolae“. Wenn sie brav waren – ja, dann gibt’s was. Doch manche finden nur eine Apfelbaum-Rute vor. Die Art des rumänischen Gabenbringers, durch die Blume – pardon, den Stock – zu sagen: Du musst dich besser benehmen.
Doch es gibt auch Hoffnung: Stellt man den Zweig in Wasser und er beginnt zu Weihnachten zu blühen, verzeiht „Mo? Nicolae“ den Kindern. Aber: Süßigkeiten gibt es dann trotzdem erst wieder im nächsten Jahr.
Bulgarien: Der Nikolaus, Gebieter der Meere
In Bulgarien ist der Nikolaus nicht einfach nur ein Wohltäter im roten Mantel, sondern Gebieter der Meere. Legenden nach hat er stürmische Wasser beruhigt und so gefährdeten Seeleuten das Leben gerettet. Seefahrer und Fischer sehen ihn deswegen als Heiligen an.
Womit lässt sich das am 6. Dezember am besten feiern? Richtig: Mit Fisch. Beim Familienfest werden zum Fisch Bohnensuppe oder mit Reis gefüllte Weinblätter gereicht. Manche bereiten Karpfen zu, weil diese dem Nikolaus bei der Rettung in Not geratener Fischer geholfen haben sollen. Dank sieht aber anders aus.
Luxemburg: Kleeschen – wichtiger als Weihnachten
In Luxemburg ist der 6. Dezember der wichtigste Tag des Jahres – wichtiger sogar als Weihnachten selbst. Die Grundschulen bleiben geschlossen, denn „Kleeschen“ kommt höchstpersönlich zu Besuch – so nennen die Luxemburger liebevoll ihren Nikolaus.
Begleitet wird er von Houseker, seinem strengen Gehilfen. Schon ab Ende November stellen Kinder jeden Abend ihre Hausschuhe vor die Tür – in der Hoffnung, dort am nächsten Morgen erste Süßigkeiten zu entdecken. In der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember folgt dann die große Bescherung – für viele Familien das Highlight der Weihnachtszeit.
In diesem Sinne: hohoho und eine entspannte Vorweihnachtszeit!
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