Hitzeaktionstag: Projekt kann starten

Recklinghausen. Den zweiten bundesweiten Hitzeaktionstag nutzte unlängst die Aktionsgemeinschaft „Hitzeschutz Recklinghausen“ um über bisherige Aktivitäten und über ein im Herbst 2023 begonnenes Pilotprojekt zum Hitzeschutz von Senior*innen in Recklinghausen zu berichten. Der Klimaanpassungsmanager der Stadt, Felix Sprenger, berichtete zusätzlich über Klimaanpassungsaktivitäten im Emscherraum, auf Kreisebene und über Hitzeprävention im gesamtstädtischen Klimakonzept 2035/2045.

Die Aktionsgemeinschaft besteht aus dem Seniorenbeirat Recklinghausen, dem Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Bochholt und Recklinghausen (IAT) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband Recklinghausen. Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Recklinghausen. Passend zum Hitzeschutztag konnten IAT und DRK von der eingetroffenen Förderzusage des Umweltministeriums NRW (Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr) für 2024 berichten. Somit kann das Projekt starten.

Dr. Peter Enste, Direktor beim Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität beim IAT stellte in seinem Beitrag die Gesundheitsgefahren durch Hitze in Deutschland in den Vordergrund. Aktuelle Studien zeigen, das fast zehn Millionen Beschäftigte während Hitzewellen stark belastet sind und es vermutlich mehr hitzeassoziierte Todesfälle in Deutschland gibt, als bisher vom Robert-Koch-Institut prognostiziert worden ist. Die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems aufgrund von Hitze führt zu einer unplanbaren Ausnahmeleistung für Rettungsdienste, Krankenhäuser und Arztpraxen.

50 freiwillige Testteilnehmer

Das Projekt zur Hitzeprävention für ältere Menschen in Recklinghausen will vermeidbare Härtefälle reduzieren, in dem es bereits frühzeitig ansetzt und für die Gefahren übermäßiger Hitze sensibilisiert und über den Umgang damit aufklärt. Zentral ist aber der Aufbau und die Evaluation einer Infrastruktur, die bei Einsetzen einer Hitzeperiode schnell aktiviert werden und die Betroffenen zeitnah und intensiv unterstützen kann. Das erfolgt unter anderem durch die tägliche Kontaktaufnahme während einer Hitzeperiode durch geschultes Personal.

Diese Aufgabe hat in dem Recklinghäuser Pilotprojekt das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Recklinghausen übernommen. Christoph Behrenspöhler, Vorstand des DRK Recklinghausen berichtete, dass für das im Sommer 2024 geplante Pilotprojekt mit bis zu 50 freiwilligen Testteilnehmern gerechnet wird. Das DRK wird dazu zwei Koordinatoren und vier bis sechs Mitarbeiter*innen aus dem Bereich Personennotruf einsetzen und für die spezielle Aufgabe der täglichen Ansprache der max. 50 Testpersonen im Hinblick auf Ansprache und Beurteilung des Gesundheitszustandes vorbereiten.

Wegen des Pilotcharakters des Projektes werden IAT und DRK ausschließlich hauptamtlich tätige Mitarbeiter einsetzen. Die zukünftige Rolle der Wohlfahrtsverbände wie des DRK wird sich erst nach Abschluss und Auswertung des Pilotprojektes für zukünftige Hitzeschutzeinsätze abzeichnen.

Norbert Jandt als stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirats Recklinghausen berichtete über Aktivitäten zum Hitzeschutz, die der Seniorenbeirat neben seiner Unterstützung des Pilotprojektes im Jahr 2023 durchgeführt hat. Dazu gehörte die Übernahme des Hitzewarnsystems des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und die Informationsverbreitung über die Homepage des Seniorenbeirats. Diese Hitzewarnungen werden vom DWD möglichst frühzeitig an die betroffenen Kreise und Städte mitgeteilt und geben Informationen über die erwartete Intensität und Dauer von Hitzeperioden. Damit besteht die Möglichkeit für die Betroffenen, sich rechtzeitig auf Hitzeperioden einzustellen und sein persönliches Verhalten in der Hitzesituation anzupassen.

Freitag, 5. Juli 2024, 11:41 • Verfasst in Recklinghausen

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