Ein Bagger schwimmt auf der Lippe

Baumaschine schafft neuen Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Bild: In der Vergangenheit kam auch in Dorsten ein Schwimmbagger zum Einsatz: Mit der Baumaschine kann der Lippeverband das Gewässer von künstlichen Begrenzungen vom Wasser aus befreien.

Vest. Zur naturnahen Ufer- und Auengestaltung setzt der Lippeverband ab der kommenden Woche einen Schwimmbagger auf der Lippe ein. Im Bereich der landwirtschaftlichen Flächen der Landschaftsagentur Plus in Datteln-Ahsen wird flussaufwärts auf einer Länge von etwa 400 Metern das Ufer des Flusses „entfesselt“: Hierzu werden die steinernen Befestigungen an den Seiten der Lippe entfernt. Die außergewöhnliche „Amphibie“ ist den gesamten Juli über im Einsatz.

Die Entfesselung ist die Voraussetzung, um dem Gewässer einen natürlicheren Verlauf zu geben und die Aue umzugestalten. So wird die Lippe verbreitert und schafft vielfältige Lebensräume für Flora und Fauna. Die verschiedenen Tier- und Pflanzenarbeiten brauchen unterschiedliche Bedingungen im Wasser und am Ufer, um sich wieder anzusiedeln, was die Artenvielfalt in der Lippe-Region fördert. Beispielsweise werden Steilufer geschaffen, an denen sich einige Vogelarten wie die Uferschwalbe oder der Eisvogel wohlfühlen oder es wird mit Hilfe von Mulden und Kurven die Geschwindigkeit des Wassers variiert, sodass es an einigen Stellen schneller, an anderen Stellen langsamer fließt.

Der Schwimmbagger sieht nicht nur interessant aus, sondern bringt auch einen anderen Vorteil: Da er vom Wasser aus arbeitet, kann ein kleinerer Bagger für die Arbeiten eingesetzt werden. Würde der Bagger an Land arbeiten, käme anstelle eines 12- eher ein 30-Tonnen Bagger zum Einsatz, um die notwendige Standsicherheit zu gewährleisten. Durch den kleineren Bagger kann außerdem Energie gespart werden. Die Maßnahme findet im Rahmen des Programms „Lebendige Lippe“ statt.

Das Programm „Lebendige Lippe“


Der Lippeverband übernimmt im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen neben der allgemeinen Pflicht der Gewässerunterhaltung auch die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie an der Lippe. Hierzu hat das Land im Jahre 2013 das Programm „Lebendige Lippe“ für seinen Zuständigkeitsbereich aufgelegt, das der Lippeverband umsetzt. Neben der Fortsetzung bestehender Projekte wurden mehrere neue Projekte begonnen. Der Zuständigkeitsbereich des Lippeverbandes erstreckt sich von Lippborg über rund 147 Kilometer Flusslauf bis zur Mündung in den Rhein bei Wesel und umfasst etwa 110 Quadratkilometer Auenfläche.

Das übergeordnete Ziel des Programms „Lebendige Lippe“ ist die langfristige Verbesserung und Wiederherstellung eines intakten Fluss-Auen-Ökosystems mit einer Erhaltung und Entwicklung von fluss- und auentypischen Strukturen und Lebensgemeinschaften. Für das Landesgewässer Lippe werden zu 100 Prozent Landesmittel eingesetzt.

Freitag, 28. Juni 2024, 16:49 • Verfasst in Vest

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