Für altes Dorstener Freibad gibt es keine neue Chance

Bilder aus alten Tagen: Aber bereits 2009 erinnerte das Dorstener Freibad an eine Ruine.
Dorsten. Sonne pur und Temperaturen über 30 Grad Celsius. Da wundert es nicht, dass der Wunsch nach Reaktivierung des alten Dorstener Freibades laut wird und über soziale Netzwerke im Internet diskutiert wird. Doch die Stadtverwaltung und Bürgermeister Lambert Lütkenhorst ersticken aufkommende Hoffnung im Keim.
Zu Spitzenzeiten tummelten sich hier an Sonnentagen 10.000 Besucher, doch seit Jahren ist hier kein Mensch mehr zu sehen: Das Dorstener Freibad, das im Norden des Stadtgebietes die Grenze zwischen Holsterhausen und Hervest-Dorsten markiert, war lange eine verwaiste Baustelle. Eines ist klar: Hier wird es kein Freibad mehr geben.
Der Wunsch nach Abkühlung ist verständlich. Temperaturen von 28 und 32 Grad kochen Erinnerungen an den Freibad-Spaß in Kindertagen hoch, und damit auch den Wunsch, das alles noch einmal erleben zu können.
Bürgermeister Lambert Lütkenhorst, der als Holsterhausener das Freibad in bester Erinnerung hat, kann zwar den Wunsch nachvollziehen: „Ich muss aber leider allen sagen, dass es so einfach, wie auf Facebook behauptet wird, nicht ist. Die Betonbecken sind abgerissen, die Stahlbecken ausgebaut. Es existiert keinerlei Technik.“

Daher sei es auch falsch zu glauben, man könne das stillgelegte Bad relativ schnell wiederbeleben. Zur Erklärung: Bei der Teilmodernisierung durch den Investor des Atlantis waren zwischen 2001 und 2005 Edelstahlbecken eingebaut worden. Wasserleitungen und Pumpen sowie andere technische Teile fehlten noch, als der Investor in die Insolvenz ging. Im Verlauf der Jahre wurden die Sanitärkeramik ausgebaut, später auch die Stahlbecken. Ein Teil davon verstärkt das Tauchbecken im Atlantis, der Rest wurde als Schrott verkauft. Das Gelände ist stark überwuchert. Die Verwaltung: „Wer hier ein Freibad bauen möchte, muss von Grund auf neu bauen. Inzwischen wurde für das Gelände ein Bebauungsplan aufgestellt, der sich noch im Verfahren befindet.
Sicher sei, dass alleine wegen der Geräuschentwicklung an dieser Stelle ein Freibad in der traditionellen Art nicht mehr gebaut werden dürfte. Die aktuellen Anforderungen bedeuten in diesem Fall entsprechend teure und aufwändige Schallschutzwände, so die Verwaltung.
Das Freibad Dorsten hatte im Jahre 2000 seinen letzten Sommer erlebt. Das optisch wie technisch in die Jahre gekommene Bad zog zuletzt nur noch 23.000 Besucher an, jeder Freibadbesuch wurde mit 17,39 DM bezuschusst, selbst im Rekordjahr 1995, als 70.000 Badegäste gezählt wurden, hatte der Zuschussbedarf pro Person/Freibadbesuch bei 5,71 DM gelegen. 400.000 DM Zuschuss pro Jahr und eine drohende Grundsanierung der Becken, der Technik und der Grünanlage waren der Grund für die Schließung. Archivfotos: Bludau
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