Marl: Autobahnlärm stoppen


Marl. Man kann sich dran gewöhnen. Oder ihn als typisch Ruhrgebiet akzeptieren. Oder man kann nicht aufhören, Verbesserungen zu fordern: Straßenlärm ist ein Dauerthema, das jetzt die Bürgerunion Marl (bum) mal wieder ins Blickfeld rückte und damit im Bau- und Verkehrsausschuss alle Politiker hinter sich versammeln konnte.

Auslöser ist die A52, genauer: der (erfolgreiche) Widerstand in Gladbeck gegen den Ausbau der B224 zur A52. Ob man die Argumente nicht auch auf Marl übertragen könnte, fragte bum in einem Antrag.

Der Hinweis der Wählergemeinschaft auf die Hochhäuser am Lipper Weg unmittelbar neben der Autobahn fand allerdings keine Zustimmung bei der Verwaltung. Die Häuser (erbaut Mitte der 60er Jahre) stehen in einer Senke neben der Autobahn (erbaut Anfang der 70er Jahre), sie sind nur durch eine dreieinhalb Meter hohe Mauer getrennt. Die oberen Geschosse werden schon längst nicht mehr als Wohnungen genutzt. Eine „effektive“ Lärmschutzwand müsste mehr als 15 Meter hoch werden – unrealistisch, wie Baudezernent Wolfgang Seckler den Politikern erklärte.

Aber kein Grund, den Lärmschutz-Gedanken vom Tisch zu nehmen. Obwohl schon mal ein Antrag aus dem Bereich Hamm nach Lärmmessungen abschlägig beschieden worden war. Und obwohl die A43 im Bereich Lenkerbeck trotz eines Dauer-Briefwechsels nicht entscheidend verändert wurde.

Die WG Grüne machte auf EU-Richtlinien aufmerksam, auf das Verlangen nach lärmmindernden Maßnahmen und auf die Bemühungen, für Marl ein Lärmkataster zu erstellen, das aber wegen fehlenden Geldes von der Verwaltung abgelehnt worden war.

Aber vielleicht sei ja die Autobahn eine „Lärmsanierungsstraße“, machte Seckler den Politikern Hoffnung. Dann könnte Marl Nachbesserung fordern. Ob das klappt, hängt davon ab, ob der Bund dafür Geld hat. Die Forderung von bum nach einer Darstellung der Lärmsituation und einem Abstellen der Lärmbelästigung nahm der Ausschuss an.

Monday, 7. May 2012, 10:43 • Verfasst in Marl

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