Marls Kirche St. Georg schließt für ein Jahr
Marl. Die letzte Messe wird in St. Georg in Alt-Marl am 10. Juni gefeiert, dann ist erst einmal Schluss bis zum Spätsommer 2013: Die Kirche wird umgebaut. Außen verschwindet der Anbau aus den 70er Jahren, im Innern gibt es einige Umgestaltungen und eine neue Heizungsanlage.
Wie schon vor 40 Jahren sind auch diesmal die baulichen Veränderungen ein schmerzlicher Prozess. Damals gab es Widerstände, als das neugotische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert einen schlichten Backstein-Anbau bekommen sollte.
Es war die Zeit, als Marls stürmische Entwicklung noch ungebremst war. Neubaugebiete und Neubürger ließen die Kirchen-Erweiterung sinnvoll erscheinen. Zugleich konnte eine Sakristei und eine Heizzentrale eingerichtet werden.
Mittlerweile hat sich die Entwicklung umgekehrt. Brechend voll ist St. Georg nur noch an hohen kirchlichen Feiertagen, erklärt Pfarrer Thomas Hüwe. Was tun mit dem reichlichen Raum? Die Idee, dort ein Kolumbarium (Urnenhalle) einzurichten, fand nicht die Zustimmung des Kirchenvorstandes. Bereits seit 2008 wird der Anbau als Erweiterung des Kirchenraumes nicht mehr genutzt, 2010 wurde der Raum deshalb profaniert (entweiht).
Inzwischen hat sich der Kirchenvorstand zu einem Abriss durchgerungen. Weil aber Sakristei und Technik noch gebraucht werden, gibt es einen wesentlich kleineren neuen Anbau.
Die baulichen Veränderungen wirken sich auf den Kirchplatz aus. Warum also nicht gleich über eine Neugestaltung des Platzes nachdenken? Das Problem: Dafür ist kein Geld da. Aber Heimatverein, Werbegemeinschaft, Schützenverein und andere haben schon immer ihre enge Verbundenheit mit der Kirche bewiesen. Und sie wollen diesmal selber Hand anlegen, kündigt der Vorsitzende der Alt-Marler Werbegemeinschaft Michael Schemberg an. Fachfirmen sind bereits angesprochen worden. Die Hochbeete seien nicht mehr aktueller Stand des Geschmacks. Der Markt sei etwas „verbaut“ und könnte jetzt so hergerichtet werden, dass er beim Weinfest (August) oder beim Weihnachtsmarkt (Dezember) optimal zu nutzen sei.
Auch die Parksituation wird sich ändern, erklärt der städtische Baudezernent Wolfgang Seckler. Betroffen sind 20 Plätze. Finanziell beteiligen wird sich die Stadt nicht.
Bemerkenswerte Veränderungen wird es im Innern der Kirche geben: Die mehr als 40 Jahre alte Fußboden-Nachtspeicherheizung wird entfernt. Die Kirche erhält erstmals einen Mittelgang und der Altar wird einen neuen Standort dichter bei den Gläubigen erhalten. Die Orgel muss für die Arbeiten luftdicht verpackt werden. Ein Teil der Einrichtung wird anschließend nicht mehr gebraucht. Er wird eingelagert oder geht beispielsweise (Bänke) an die Friedhofskapelle in Dinslaken. Für ein Jahr werden die Gläubigen nach St. Bonifatius oder nach St. Bartholomäus ausweichen.
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