Bewährungsstrafe für Marler nach Geständnis
Marl/Dorsten/Essen. Zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe hat das Landgericht Essen einen 60-jährigen Marler verurteilt, weil er seine 9- und 14-jährigen Stieftöchter missbraucht hatte. Mit einem Geständnis tat sich der Mann sehr schwer.
1999 hatte er die Neunjährige in der ehelichen Wohnung in Wulfen-Barkenberg zum ersten Mal unsittlich angefasst, insgesamt sechs Fälle wurden ihm vorgeworfen. Doch der 60-Jährige widersprach zunächst, erzählte vom Baden und dem Verteilten von Creme auf dem Rücken des Kindes – und dabei sei er wohl auch hingekommen, wo er nicht hätte hinfassen sollten.
Offensichtlich schämt sich der Angeklagte. Erst nach einer Verhandlungspause gesteht er die Vorwürfe. Noch heute, so berichtet die jetzt 21-Jährige vor Gericht, werde sie von Alpträumen und Schlaflosigkeit geplagt, was ihr Stiefvater ihr damals angetan hatte.
Sie schwieg nach den Vorfällen, um die Ehe ihrer Mutter nicht zu belasten. Als sie dann doch die Übergriffe erzählte, glaubte ihr die Mutter nicht. Daraufhin erstatte sie Anzeige bei der Polizei
Der Angeklagte ist bereits zum fünften Mal verheiratet, die Kinder seiner jetzigen Ehe sind bereits aus dem Haus. Schon einmal hat er wegen Missbrauchs einer Stieftochter aus einer früheren Ehe drei Jahre und drei Monate in Haft gesessen.
Jetzt gab er sich vor dem Landgericht mit seiner Gehhilfe als gebrechlicher Mann. Doch der Auftritt überzeugte das Gericht nicht. Er sei sicher fitter als er sich jetzt darstelle.
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