Mordwaffe half auch bei Überfällen

Dorsten/Essen. „Ein Fehlurteil“, davon ist der Dorstener Norbert O. (60) fest überzeugt, bei der Urteilsverkündung des Landgerichts Essen schüttelt er den Kopf: 15 Jahre für drei Sparkassenüberfälle sowie den Mord an seiner Ehefrau im Jahr 2007 (dafür war er bereits zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt worden).

Die Pistole, eine Walther PPK, Kaliber 7,65, mit der Norbert O. am 29. September seine Frau in Herne-Baukau erschoss, überführte ihn nun auch der Sparkassenüberfälle.

Diese Pistole war es, mit der er sich am 29. Februar 1996 (gemeinsam mit einem Unbekannten) den Weg in die Bottroper Sparkasse freischoss. Dort zwangen sie die Mitarbeiter, ihnen (umgerechnet) 185.000 Euro auszuhändigen. Dann wurden sie in den Tresorraum eingesperrt.

Ein Jahr später blieben Patronenhülsen bei einem Überfall auf eine Sparkasse in Köln zurück, die ebenfalls aus dieser Waffe stammten. Ein stiller Alarm verhinderte letztlich den Erfolg.

Norbert O. hinterließ hier eine DNA-Spur, die mit der Spur übereinstimmte, die bei zwei Überfällen 2004 und 2005 in Gelsenkirchen gefunden worden waren. Dabei war die Sparkassenfiliale um 31.000 Euro erleichtert worden.

Der Angeklagte wollte nichts zu den Vorwürfen sagen, erklärte aber, er habe die Wasser an seine Schwäger ausgeliehen.

Ihre Täterschaft sei auszuschließen, stellte das Gericht am Ende fest und verwarf auch die Einschätzung des Verteidigers, die Indizienkette sei nicht tragfähig.

Der Angeklagte fiel nicht durch Reue auf. Dass er seine Ehefrau erschossen habe, bezeichnete er als „eine ganz normale menschliche Haltung“, wenn man provoziert werde und gerade eine Waffe in der Hand halte.

Thursday, 19. January 2012, 10:15 • Verfasst in Vest

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