Nichtstun hilft der Natur

Foto: Artschwager

Marl. Einfach mal nichts tun – das ist nicht der Traum überarbeiteter Mitmenschen. Das kann auch das Beste für die Natur sein. Das hat die Stadtverwaltung jetzt als „Maßnahme“ für den Freerbruchbach ermittelt. Am Ende stehen vielleicht ganz viele Brennnessel, aber auch eine ökologische Aufwertung um tausende von Punkten.
Es geht um ein ganz bestimmtes Stück des Freerbruchbaches, das früher als Grabeland genutzt wurde (hinter der Scharounschule, Marl Aktuell berichtete). In dem Zustand war es manchen Politikern ein Dorn im Auge: Ungepflegt, viel Plastik und Müll. Nach langem hin und her (ob man das Gelände doch weiterhin zum privaten Gemüseanbau zur Verfügung stellen soll) kam im vergangenen Jahr die Pachtkündigung.

Das Tolle: Der Mensch muss nicht eingreifen

Jetzt nimmt sich die Natur die Fläche zurück. Zur Freude der Naturschützer, die eine „Brache mit Gebüschen aus lebensraumtypischen Laubgehölzen“ anstreben. Das Tolle: Der Mensch muss gar nicht eingreifen (heißt: kein Geld dafür ausgeben). Nur die letzten Holzpflöcke zur Befestigung der Uferbereiche (Faschinen) sollen entfernt werden, den Rest (Böschungsabbrüche) macht der Bach selber. Nur zum Schulhof der Scharounschule hin soll die Grenze deutlich gezogen werden.
Tolle Lösung, meinten die Politiker. Nur Paul Wagner (WG Grüne) und Fritz Dechert (Wir) ahnten schon, dass nicht alle Bürger das Ergebnis schön finden werden: Es würden dort viele Brennnessel wachsen. Aber: Marienkäfer lieben Brennnessel, und Marienkäfer fressen Läuse. Also doch ein gutes Ergebnis.

Saturday, 7. January 2012, 8:35 • Verfasst in Marl

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