In den Wassergraben flossen zu viele Zuschüsse
Dorsten. Ein Stück Stadtgeschichte hat Dorsten wieder aufleben lassen: Den Wassergraben, der einst die Stadt umgab. Zunächst von viel Skepsis begleitet hat sich die Anlage am Ostrand der Innenstadt zu einem Schmuckstück entwickelt, der selbst den kleinen finanziellen Makel verdeckt, den jetzt das Staatliche Rechnungsprüfungsamt entdeckte: Dorsten hat 132.000 Euro zu viel an Zuschüssen bekommen.
Als vor mehr als 30 Jahren erstmals die Idee von der Wiederbelebung des Wassergrabens auftauchte, winkten Fachleute ab: Das hält nicht, das ist zu teuer. Mittlerweile hat man den Wasserschwund im Griff. Die Anlage ist ein einem gepflegten Zustand, erfreut Spaziergänger und überrascht Gäste.
Der Sonnenschein über die gelungene Gestaltung zwischen Wall und Graben wird im Augenblick etwas getrübt. Kurzfristig muss Dorsten 132.000 Euro zurückzahlen. „Die Überzahlung hängt zusammen mit der Art der Bewilligungen, die teils als Anteils- und teils als Festbetragsfinanzierung, hierbei mit unterschiedlichen Förderbeträgen für Grünflächen, Mischverkehrsflächen und Platzflächen erfolgt sind“, erklärt Dezernent Gerd Baumeister in einer Stellungnahme für den Haupt- und Finanzausschuss (tagt am 1. September). Anders formuliert: Die Zuwendungsbescheide seien „nur sehr schwer verständlich“, ein Irrtum vom Amt eben.
Aufgefallen ist er, weil das Staatliche Rechnungsprüfungsamt die Bezirksregierung kontrollierte, die die Zuschüsse verteilt. Schriftliches gibt es noch nichts. Doch Dorsten will gar nicht darauf warten, denn auf die Rückzahlung kommen auch noch Zinsen – und schon ist eine fünfstellige Summe erreicht. Das will man durch das Sofortzahlen vermeiden.
56.000 will Dorsten aus den VEW-Aktienerlösen (ZIRE) nehmen, weitere 76.000 sollen bei der Sanierung der Gelsenkirchener Straße eingespart werden. „Die Straße steht weiterhin unter regelmäßiger Kontrolle“, beruhigt die Verwaltung.
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