Gewitter beschert rund 600 Einsätze im Kreisgebiet

In Marl hat es auch um das Europäische Friedenshaus (Foto) mächtig eingeschlagen, Bäume wurden entwurzelt und Äste abgebrochen. Aber das Haus des Heimatvereins hat das Gewitter und den Sturm unbeschadet überstanden.
Kreis. Das heftige Unwetter in NRW hat auch im Vest Spuren hinterlassen. Rund 600 witterungsbedingte Einsätze zählten die Feuerwehren im Kreis Recklinghausen von Samstagnachmittag (3. Juli) an. Bis Sonntagmittag waren die Kräfte im Einsatz. Neben zahlreichen voll gelaufenen Kellern und umgestürzten Bäumen, mussten auch drei größere Brände bekämpft werden. Verletzt wurde niemand.
Die meisten Anlässe für Einsätze von Polizei und Feuerwehr waren abgedeckte Dächer, fünf Blitzeinschläge, zahlreiche umgestürzte Bäume und herabgefallene Äste, überflutete Straßen, vollgelaufene Keller, Stromausfälle und ausgefallene Ampeln. Die Gebäudeschäden können nicht beziffert werden. Insgesamt wurden aber auch über 20 Pkw durch umgestürzte Bäume bzw. herabgefallene Äste beschädigt.
Das Unwetter begann gegen 16.20 Uhr und traf insbesondere die Städte Herten, Marl und Recklinghausen. Aus Herten und Marl gingen bereits bis Mitternacht mehr als 460 Notrufe bei der Leitstelle der Feuerwehren des Kreises Recklinghausen ein. Als es am Sonntagmorgen hell wurde, gab es für beide Wehren noch einmal rund 100 Alarmierungen. Weitere 40 Einsatzstellen wurden in Recklinghausen gemeldet. In den übrigen Städten waren die Feuerwehren vereinzelt im Einsatz. Die meisten Einsatzstellen konnten schnell abgearbeitet werden. Die Einsatzkräfte beseitigten herabgefallene Äste und umgestürzte Bäume. Auf überfluteten Straßen und in voll gelaufenen Kellern
wurde das vom Wasser abgepumpt.
Zusätzlich zu den Unwettereinsätzen mussten die Wehren aus Herten, Recklinghausen und Waltrop Brände bekämpfen. In Recklinghausen geriet gegen 16.20 Uhr ein Dachstuhl auf der Straße „Im Reitwinkel“ in Brand. Die Waltroper Wehr rückte zu einem landwirtschaftlichen Betrieb am Markenfelder Weg aus. Dort stand eine Scheune in Flammen. In der Hertener Innenstadt brannte ein Cafe auf der Antoniusstraße vollständig aus. In allen Fällen entstand erheblicher Sachschaden (siehe auch gesonderte Berichte). Verletzt wurde glücklicherweise niemand.
Die Stadt Herten hat ihre öffentlichen Grünanlagen gesperrt. Nach heftigen Schauern und Sturmböen liegen im ganzen Stadtgebiet große Äste auf den Straßen. Aus Sicherheitsgründen sind deshalb sämtliche Parks, Friedhöfe und Grillplätze gesperrt. Der Zentrale Betriebshof (ZBH) rückte noch gestern während des Sturms aus und ist seit den frühen Abendstunden mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Wie hoch der entstandene Schaden ist, kann noch nicht beziffert werden.
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