Neue Lippedeiche machen aus Biotop einen Teich

Haltern. Auf den Bergbau sind die Lippramsdorfer in der Regel nicht gut zu sprechen. In seltenen Fällen haben seine negativen Seiten aber auch positive Auswirkungen. Das Biotop Meinken ist dafür ein bemerkenswertes Beispiel. Jetzt steht es vor einem großen Wandel: Vom Biotop zum Teich. Das sind die Auswirkungen des geplanten Lippe-Umbaues.

Ursprünglich entstand das Biotop in einer bergbaubedingten Senke durch anstehendes Grundwasser. „Es entwickelte sich ein stehendes Gewässer, an das sich über die Jahre eine spezielle Flora und Fauna anpasste“, erklärt der Pressesprecher des Lippeverbandes, Michael Steinbach. Inzwischen ist es ein ökologisch wertvolles Gewässer geworden und hat eine Bedeutung als außerschulischer Lernort für Kindergartengruppen und Schulklassen.

Die Verlegung des Lippedeiches nach Norden (das Sonntagsblatt berichtete) wird großen Einfluss auf das Biotop haben. Zunächst drohte sogar der völlige Wegfall, weil der Damm das Biotop komplett zugedeckt hätte.

Nach den aktuellen Plänen soll der Deich das Biotop am südlichen Rand beschneiden. Von der 21.000 Quadratmeter großen Wasserfläche würden 1.800 qm entfallen.

Außerdem würde ein größerer Wasserstrom aus dem Hinterland in das Biotop gelangen und wieder abgepumpt, so dass eine größere Wasserbewegung von zu- und abfließendem Wasser entsteht. Das „Biotop“ wird dann in „Teich“ umbenannt, da mit schwankenden Wasserständen zu rechnen ist. „Entsprechend werden sich die Jahre Flora und Fauna verändern“, so Michael Steinbach. Es sei sichergestellt, dass es während der Bauphase keine Beeinträchtigung des Biotops gibt. Dem werde mit entsprechenden Schutzmaßnahmen wie Zäune vorgebeugt.

Am Donnerstag, 8. Juli wird die BLU (Bürgerinitiative für Lebensqualität und Umweltschutz) gemeinsam mit dem Lippeverband auf einer Informations- und Diskussionsveranstaltung in Lippramsdorf (Alte Mühle, 19.30 Uhr) über das gesamt Lippedeichprojekt informieren. Da geht es auch um die Zukunft des Biotops Meinken.

Ob es überhaupt eine Verlegung der Lippedeiche geben wird (Kosten 80 bis 100 Millionen Euro), ist noch gar nicht entschieden, obwohl der Lippeverband sehr zuversichtlich ist.

Marl, zuständig für die südliche Lippeseite, will auf keinen Fall eine Einschränkung des Chemieparks zulassen. Und der ist energisch gegen die Ausweitungspläne. Denn dann würde das Naturschutzgebiet unmittelbar neben den Chemie-Großanlagen liegen.

Sunday, 4. July 2010, 9:33 • Verfasst in Haltern

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