Klare Verhältnisse für die Schachtstraße
Marl. Die Pläne für eine Sanierung der Schachtstraße schleppen sich seit Jahren durch die Beratung. Doch jetzt bekommen sie neuen Schwung: Die CDU fordert, die Straße für den Schwerlastverkehr (über 12 Tonnen) zu sperren. Außerdem liegt ein Ausbauentwurf für die östliche Hälfte der Straße (zwischen Matthias-Claudius- und Brassertstraße) vor. Und schließlich wird die Abgabenordnung neu gefasst mit dem Ergebnis, dass sich die Anlieger mit einem höheren Anteil an den Kosten beteiligen müssen.
Der CDU-Antrag wird es schwer haben, weil die Schachtstraße eine Kreisstraße ist mit dem Ziel, den Schwerlastverkehr um die Stadtmitte herum zu leiten. Diesen Weg zu blockieren, wird wohl auf den Widerstand des Kreises stoßen, vermutet die Stadtverwaltung.
Gefälliger ist da die seit langem diskutierte Neugestaltung. Dafür müssen alle Bäume fallen, die Wege und Straßen bereits erheblich durch ihre Wurzeln beeinträchtigt haben. Aber es sollen ja auch eine Reihe neuer gepflanzt werden. Nicht mehr möglich ist das beidseitige Parken (halb auf dem Bürgersteig). Dafür ist nicht genug Straßenraum da. Es soll aber Parkbuchten zwischen den Bäumen auf einer Seite geben.
Die Planung ist jetzt fertig, sie soll nun den Bewohnern vorgestellt werden.
Die werden sich auch für die Finanzierung der 1,02 Millionen teure Maßnahme interessieren. Denn gleichzeitig überarbeitet die Verwaltung auch die Kommunalabgabenordnung (KAG), die den Anteil der Anlieger an den Kosten regelt. Mehr als 28 Prozent sollen sie in der Schachtstraße bezahlen, so die Modellrechnung der Verwaltung. Das sind bei einem Dreifamilienhaus leicht mehr als 5000 Euro.
Die Politiker tun sich schwer bei diesem Thema. Schon zweimal haben sie Beispielrechnungen verlangt, was denn künftig auf die Anlieger zukommt. Marl will eine kräftige Erhöhung des Anlieger-Anteils, der Vorschlag stieß auf Bedenken, weil die Nachbarstädte teils deutlich niedriger liegen.
Kein Grund zur Besorgnis, erläuterte die Verwaltung. Auch die anderen Städte planten eine Erhöhung und am Ende finde man sich auf einem Niveau wieder. Egal, so der Bauausschuss. „Wir wollen nicht den Vogel abschießen“, wehrte Josef Heinen ab. Die Verwaltung soll jetzt erst mal eine Berechnung vorlegen, wie sich die Kostenverteilung auswirkt, wenn nicht die Grundstücksgröße sondern die Wohnfläche als Maßstab genommen wird.
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