Schwere Aufgabe für jungen Stadtkämmerer

Herten (mc). Eine unangenehme Aufgabe hatte der junge Stadtkämmerer Markus Krenz (Bild) zu bewältigen: Er musste den Haushalt 2010 vorstellen und damit gleichzeitig die Prognose, dass bis zum Jahr 2014 die Stadt bilanziell überschuldet ist. Das heißt, dass den Schulden kein Eigenkapital mehr gegenübergestellt werden kann. Bereits drei Jahre zuvor gibt es nach der Kommunalaufsicht strenge Regeln. „Das würde bedeuten, dass wir jede Investition ab 60 Euro genehmigen lassen müssten. In diesem Jahr schrammen wir noch knapp vorbei. Das bedeutet für uns, dass wir unsere Prioritätenlisten noch abarbeiten können“, ist der 33-Jährige stolz auf seinen Entwurf.

Die Zahl des Tages lautet 30 Millionen. Mit diesem Fehlbetrag startet die Stadt in das Haushaltsjahr 2010. „Während Kreisumlage und andere Kosten, die uns das Land aufbürdet, steigen, sinken die Einnahmen aus Gewerbe- und Einkommensteuer“, erläutert der Stadtkämmerer das Defizit, das er auch für die nächsten Jahre erwartet.

Auch das Eigenkapital befindet sich in einer rasanten Schrumpfphase. „Wenn wir keinen Rettungsschirm bekommen, machen wir eine Bruchlandung“, fordert der Kämmerer eine Lösung wie die der Bad Banks.

Allerdings sind für Markus Krenz Hilferufe in Richtung Bund und Land nicht die einzige Lösung, denn „die sind ja auch hoffnungslos überschuldet.“ Er will sich mit Kollegen – unter anderem Christoph Tesche in Recklinghausen – absprechen, wo in anderen Städten gespart wird. Außerdem wartet er hoffnungsfroh auf den Gemeindeprüfungsbericht. „Da sind durchaus Vorschläge vorhanden, die umgesetzt werden können.“ Ohne Schmerzen jedoch sei ein rigider Sparkurs nicht durchzusetzen.

Saturday, 6. March 2010, 14:03 • Verfasst in Herten

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