Mensing muss den Marktplatz für Thalia räumen

Der Marktplatz mit dem „Mensing“-Haus 1958.

Von Gert Eiben

Dorsten. Das bauliche Gesicht des Dorstener Marktplatzes bleibt erhalten. Doch dahinter wird sich einiges ändern. Das Textilgeschäft Mensing muss raus, dafür ziehen die Buchkette Thalia, der Modehersteller Gerry Weber und (wahrscheinlich) ein Schuhgeschäft ein. Wo Mensing bleibt, das ist noch nicht bekannt.

Monatelang hüllten sich Betroffene und Beteiligte in Schweigen und überließen den Gerüchten den Markt. Schließlich musste das Landgericht Essen entscheiden, ob das Mietende für Mensing zum 30. Juni rechtens ist oder noch drei Jahre andauert.

Nunmehr ist klar: Die 21 Jahre lange Ära von Mensing am Marktplatz ist vorbei. Der verschachtelte dreiteilige Häuserkomplex wird im Innern gründlich überarbeitet und auf die Bedürfnisse des neuen Mieters Thalia abgestellt. Der Varler Buchhändler Grüttefien (18 Geschäfte, auch in Essen und Recklinghausen), eine Tochtergesellschaft von Thalia, übernimmt 850 qm und bietet auch Büroartikel und Schreibwaren an. Eine weitere Fläche geht an Gerry Weber, die Verhandlungen mit noch einem Mieter (aus der Schuhbranche) sind noch nicht beendet, erklärt Thalia-Pressesprecher Schubert. Die Eröffnung hängt davon ab, wie groß der Umbauaufwand ist.

Den Übernimmt Hausbesitzer Wilhelm Schürholz (48). Es habe zunächst keinen Anlass gegeben, den jahrelangen Mietvertrag zu beenden, erklärt er dem Sonntagsblatt. Schließlich wurde in diesem Haus schon seit mehr als 100 Jahren Mode verkauft. Aber es sei auch um die Frage der wirtschaftlichen Perspektive gegangen. Und da habe er sich eben neu entscheiden müssen.

Thalia, davon ist Schürholz überzeugt, bedeutet eine attraktive Belebung des alten Marktplatzes. Genau so sieht es auch der Thalia-Pressesprecher. Natürlich stehe man in Konkurrenz zu den bereits existierenden drei Buchhandlungen. Aber gerade davon würden auch die Kunden der Innenstadt profitieren. Thalia habe die Erfahrung gemacht, dass sich viele Kunden spontan vom Angebot zu einem Buchkauf verleiten ließen.

Mensing, seit 50 Jahren in Dorsten werde auf jeden Fall in der Stadt bleiben, erklärt Store-Manager Stephan Reken. Aber wo?

Die Spekulationen schießen ins Kraut: Das Herrenhaus am Ende der Lippestraße könnte man zum Damenhaus machen und die Herrenkleidung vorübergehend im früheren Wäschegeschäft Einhorn unterbringen, das auf der Lippestraße leersteht. Oder in das Woolworth-Kaufhaus ziehen, womit Mensing wieder eine exzellente Lage hätte. Das Kaufhaus Toom am Ende der Recklinghäuser Straße ist schon kein Thema mehr. Da schwächelt die Non-Foot-Abteilung, heißt es.

Und dann ist da noch die Möglichkeit, sich im Bereich des Lippetor-Centers niederzulassen. Ein Abriss und ein Neubau des Komplexes ließe sich in einem Jahr realisieren. Nur wenig mehr als der Umbau am Markt gedauert hätte. Dort war ursprünglich ein Komplett-Abriss und Neubau in nur neun Monaten angedacht worden.

Stephan Reken will sich zu einem neuen Standort nicht äußern. Klar ist aber: Das Damenhaus wird sich verkleinern. Wo es angesiedelt wird, dass will man erst bekanntgeben, wenn die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen sind.

Saturday, 14. March 2009, 13:52 • Verfasst in Dorsten

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