SEK-Einsatz: Ausnahmezustand in Herten-Süd

SEK stürmt Mehrfamilienhaus. Verdacht auf chemische Kampfmittel

Herten. Mit der Festnahme eines 49-jährigen Mannes endete ein filmreifer SEK-Sturm auf ein Wohnhaus in Herten-Süd. Spezialeinheiten der Polizei stürmten das Haus an der Augustastraße am Dienstagnachmittag. Der Verdacht: Hier wohnt ein äußerst gefährlicher Verbrecher. Man munkelt, der Mann sei im Besitz von Waffen und dem gefährlichen Nervengift Rizin. Diesen Vorwurf will die Polizei nicht betätigen, geht aber davon aus, dass in der Wohnung mit gefährlichen Stoffen hantiert wurde.

Der Verdacht reicht aus, um „schwere Geschütze“ aufzufahren. Zu dem Einsatz, der übrigens von der Polizeibehörde in Münster koordiniert wird, werden Polizeikräfte aus Recklinghausen, Herten und NRW zusammen gezogen.

Während die Polizisten in Schutzkleidung die Räumlichkeiten in dem Sechs-Familien-Haus durchsuchen und Plastiksäcke voller (mutmaßlicher) Beweismittel herausschleppen, stehen die übrigen Mieter des Hauses frierend auf der Straße – stundenlang. Sie dürfen ihre Wohnungen nicht betreten. Andere Passanten stehen frustriert vor rot-weißen Absperrbändern. Auch sie dürfen nicht passieren, können teilweise ihre Wohnungen in der Augustastraße nicht erreichen. Vorsorglich wird das Rote Kreuz informiert, falls die wartenden Menschen woanders untergebracht werden müssen.

Am späten Abend ist der Spuk dann vorbei. Gefährliche Stoffe hat die Polizei nicht gefunden.

Mittwoch, 5. Oktober 2022, 13:00 • Verfasst in Herten

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