Rechtsfahren will jungen Radlern nicht einleuchten
Marl. Radfahrer im Pulk – ein Schrecken für den Autofahrer. Junge Radler zu Unterrichtsbeginn oder –ende auf Marls Straße – da schrillen alle Alarmglocken. Besonders, wenn sie auf dem „Marler Landrecht“ pochen – also auch gegen die Fahrtrichtung unterwegs sind. Ein Projekt am Gymnasium im Loekamp hat sich der Problemsituation angenommen. Bislang aber noch ohne durchschlagenden Erfolg.
Es ging erst einmal um ein kleines Stück Straße: Otto-Wels-Straße zwischen Hülsstraße und dem Kreisverkehr (Eingang zum Baugebiet Loekamptor hinter dem Gymnasium im Leokamp). Hier gibt es einen gemeinsamen Geh-/Radweg beiderseits der Straße, der nur in einer Fahrtrichtung ausgewiesen ist. Zusätzliches Problem ist die Haltestelle Leokamptor, wo morgens Grundschulkinder von falsch fahrenden GiL-Schülern bedrängt werden.
Marler Polizei, Stadtverwaltung und Gymnasium legten deshalb ein Pilotprojekt auf. Die Klasse 9b und ihre Geographielehrer Piotr Demjanow beobachteten das Verhalten der Radler, ermittelten die Falschfahrquote (40 Prozent) und brachten schließlich eine eigene Markierung auf der Straße auf. 19 Piktogramme sollten nachhelfen: Immer rechts fahren, auch im Kreisverkehr. Sechs Monate später, im Juni 2010 war die Falschfahrerquote auf 35 Prozent gesunken. „Bisher nur ein kleiner Erfolg, aber immerhin ist eine Tendenz zu erkennen!“, zeigt sich Udo Lutz, der Schulpflegschaftsvorsitzende, der zugleich Verkehrsplaner der Stadtverwaltung ist, zuversichtlich.
Jetzt wollen die Schüler im dritten Projektschritt die Maßnahme auf der Homepage der Schuler, mit Flyern und Plakaten kommunizieren. Um endlich das „Marler Landrecht“ aus den Köpfen ihrer Mitschüler zu vertreiben.
1 Kommentar:
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Timo Tasche schrieb,
Comment • 12. July 2010 @ 11:30
Nun abgesehen davon dass sich auch manche Autofahrer fast so benehmen als wenn sie nach -Marler Landrecht- fahren,(kleiner Scherz) kann solch ein Irrsinn doch nur von den Eltern mit auf den Weg gegeben worden sein. Wie kommen die sonst darauf? Aber auch andernorts radeln viele stur, eigensinnig und rücksichtslos. Das kann so manchem Autofahrer schon mal einen gründlichen Schrecken versetzen. Vor allen Dingen, wenn viel zu schnell geradelt wird oder Vorfahrtsgebote nicht eingehalten werden. Liebe Radler: Ihr habt keine Sonderrechte, auch wenn ihr “nur” mit dem Rad unterwegs seid. Ihr seid genauso Verkehrsteilnehmer wie die Autofahrer. Und genauso verantwortlich. Wo ist da die Verkehrserziehung geblieben?