Der Chemie geht es besser, aber nicht gut genug
Marl. Der Arbeitgeberverband Chemie Westfalen bringt sich für die Tarifverhandlungen in zwei Wochen in Stellung: „Es gibt nichts zu verteilen“, erklärte der frühere Infracor-Geschäftsführer Willibrord Lampen. Obwohl sich die Lage der Industrie wieder deutlich verbessert habe. Aber es gebe noch dunkle Wolken und eine schwer berechenbare Zukunft.
Der Chemiepark Marl ist ein Schwergewicht im Tarifgebiet. Von den 170 Unternehmen mit fast 38.500 Mitarbeitern haben allen 30 mit rund 10.500 Mitarbeitern ihren Sitz in Marl. Doch der Chemiepark steht etwas besser da als der Durchschnitt. Westfalen, so Lampen (und der Hauptgeschäftsführer des Arbeitsgeberverbandes Chemie Westfalen, Dirk W. Erlhöfer) hatte im letzten Jahre einen Umsatzeinbruch von 24 Prozent, bundesweit waren es nur 13,5 Prozent. Deshalb sei es ein „Job-Wunder“, wenn die Beschäftigtenzahl weitgehend stabil blieb. Das sei auch den erfolgreichen Verhandlungen mit den Gewerkschaften zu verdanken, die seit mehr als 30 Jahren ohne Streik geführt würden. Bei den letzten Tarifverhandlungen waren 4,4 Prozent für 2008 ausgehandelt worden und 3,3 Prozent für 2009.
Nun also stehen (am 25. März) die nächsten Verhandlungen an. In einer Phase von „verhaltenem Optimismus“. Im Dezember werteten 72 Prozent der Arbeitgeber die Geschäftserwartungen als „gut und besser“, 80 Prozent gehen von unveränderten Beschäftigungszahlen aus, 42 Prozent sehen eine Zunahme bei den Investitionen.
Gute Zahlen, aber nicht gut genug. Die Erfolgsphase sei „fragil“, so die Arbeitgeber. Die Auslastung der Anlagen noch immer ein Stück von den früheren 85 Prozent entfernt.
Mit einem Angebot werde man nicht in die Verhandlungen gehen, so Lampen und Erlhöfer. Beschäftigungs-Sicherheit und Bereitstellung von Ausbildungsplätzen werden die großen Themen sein, das erwarten die beiden, erst dann gehe es um das Thema Entgelt.
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