Böschung weg – keine Gefahr für Schwimmer
Vest. Schwimmen und Surfen ja, Tauchen nein. Das ist die Entscheidung der Bezirksregierung Arnsberg für den Silbersee II in Haltern. Auslöser der Beschränkung sind große Mengen Sand, die – unerklärlicherweise – ins Wasser abrutschten. Seitdem ist der See so trübe, dass das Tauchen wieder verboten werden musste.
Am 1. April geht offizielle die Badesaison los (auch wenn man es nach den derzeitigen Witterungsverhältnissen nicht glauben mag). Zuvor aber musste das Abrutschen des Quarzsandes geklärt werden.
Bereits im vergangenen Winter hatte es am Nordostufer des Tagebausees zweimal Abrutschungen gegeben, bei denen 12.000 Quadratmeter Land unter ging.
Obwohl das Schwimmen dort ohnehin verboten ist, forschte die Bezirksregierung Arnsberg (als Aufsichtsbehörde) nach der Ursache. Ergebnis: Die Abbauvorgaben wurden eingehalten. Es gab drei Faktoren: An der betroffenen Stelle war lockerer Quarzsand mit verfestigtem vermischt. Der Sand wurde in der Nähe der Böschung abgebaut. Die Böschung war modelliert, indem Sand vom Wasser zum Land geschoben wurde.
Die Konsequenzen, die der Betreibe, die Quarzwerke GbmH Frechen, daraus gezogen hat: Der Abbau wurde in die die Mitte des Sees verlagert, es wird flacher abgegraben. Deshalb gibt es ein geringeres Gefälle und eine geringere Rutschgefahr.
Ohnehin ist der fast einen Kilometer lange Badestrand am Südufer einen Kilometer von der Rutsch-Stelle entfernt, das Ufer ist flach und somit gefahrlos zu nutzen, so die Bezirksregierung. Dennoch will man noch vor Badebeginn noch einmal eine Echolot-Vermessung durchführen.
Ganz anders ist die Situation für die Taucher. Bezirksregierung und Abbauunternehmen sind sich einig. Weil man in fünf Meter Tiefe keine zwei Meter weit sehen kann, dürfen Taucher nicht ins Wasser. Denn sie könnten nicht die Absperrbänder erkennen. Die Taucher durften ohnehin nur den selben Seeteil nutzen wie die Schwimmer. Bereits im vergangenen Jahr konnte die Tauchplattform in acht Meter Tiefe nicht mehr genutzt werden. So dauerte der Tauchspaß nur zwei Jahre. Aber am Ende der Abbauzeit, in vier Jahren, wird sich die Trübung voraussichtlich wieder legen und der See eine Tiefe von 40 Metern haben.
Von allen Problemen nicht betroffen sind die Surfer. Sie dürfen weiterhin senn Silbersee II nutzen – sofern sie die Sicherheits-Unterweisung des Surfclubs mitgemacht haben.
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