Trinkgelage sind der Politik ein Dorn im Auge
Marl. Am heutigen Samstag ist Besentag in Marl. Doch um die Stadt auf Dauer sauber strahlen zu lassen, reicht keine jährliche Einmal-Aktion, beklagen nicht nur die Politiker. Die CDU fordert deshalb einen Bußgeldkatalog gegen Kippen, Kaugummi, Flaschen und Hundekot. Was den Politikern aus dem Blick geraten ist: Vor genau sieben Jahren gab es diesen Katalog schon einmal. Doch eine Erfolgs-Bilanz wurde damals nicht gezogen.
Als Vorbild für Marl verweist die CDU jetzt auf die Stadt Merzig und ihre Plakataktion. Die Bürgerunion hängte auch noch das Verbot von Alkohol in der Öffentlichkeit dran. Und der Sprecher des Seniorenbeirates rechnete die Tonnen von Kot vor, die Marl 5000 registrierte Hunde auf den Straßen hinterlassen. Es muss was getan werden, war die einhellige Meinung im Ausschuss Zentraler Betriebshof (ZBH).
Die Wählergemeinschaft Grüne verwies darauf, dass Marl bereits eine rechtliche Grundlage habe. In der Tat: Vor 32 Jahren wurde die „Ordnungsbehördliche Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Marl“ verabschiedet. Alkohol auf und an Spielplätzen ist verboten, Verunreinigung ist verboten, störender Alkoholgenuss ist verboten. Sonst drohen Geldbußen bis 1000 Euro.
Vor sieben Jahren machte die Stadt das Thema mit gelb-roten Karten deutlich: „Fair geht vor“ hieß es griffig. Aufgelistet wurde alles vom unbefugten Verweilen auf Spielplätzen bis zu Alkohol, Baden und Leinenzwang. Kostet 10 bis 35 Euro.
Die Verwaltung verwies jetzt im Ausschuss auf ihre Aufkleber an Papierkörben, sah sich aber auch in der Kritik, sie kümmere sich zu wenig um das Problem.
Ohnehin ist für das Saubermachen zwar der Zentrale Betriebshof zuständig, für das Überwachen allerdings das Ordnungsamt, das nun zu der CDU-Anregung Stellung nehmen soll.
Vor elf Jahren hatte die CDU die Verwaltung schon einmal aufgefordert, über eine Stadtwacht Präsenz zu zeigen und Delikten vorzubeugen. Vor fünf Jahren ging der „Stadt Service Marl“ an den Start, doch die „Rotjäckchen“ entfalteten nicht die erhoffte Wirkung.
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