Der Möppel: Bunter Hund bekam keine Chance
Marl. Eine großzügige Geste, bei der unter den Werbegemeinschaften viel Hoffnung aufkam: 100.000 Euro genehmigte der Stadtplanungsausschuss in dieser Woche. Generell. Doch als es an die Einzelheiten ging, strich man dem Marler Stern gnadenlos den größten Teil der Vorschläge weg. Die bescheidene Anfrage aus Polsum wurde abgelehnt und nur die Anträge aus Hüls fanden die volle Zustimmung.
Polsum wollte 2800 Euro für einen „Kinderwerktag“ im Herbst, bei dem der Polsumer Möppel gebaut werden sollte: Ein bunter, mopsartiger Hund. Abgelehnt.
Hüls will für die Einkaufszone (90 Geschäfte) fünf Informations-Schaukästen bauen, Flyer erstellen und einen Internet-Auftritt gestalten. Von den 14.500 Euro Kosten will man 20 Prozent selber tragen. Genehmigt.
Der Marler Stern schlug eine Leitbeschilderung in der Stadt vor (20.000 Euro), ein Parkleitsystem (25.000), eine Optimierung der Internet-Präsenz (5000), Verbesserung der sanitären Einrichtungen (20.000) und ein Konzept für eine Gastronomielandschaft (20.000). Ein Drittel wolle man selber tragen.
An den Vorschlägen war bereits auf der Sitzung vor drei Monaten von der SPD heftige Kritik geübt worden. Sie vermisste ein einheitliches Konzept, hielt das Parkleitsystem für überflüssig und forderte, der Stern müsse als Marke auftreten. Die Wählergemeinschaft Die Grünen beklagte beim Stern die mangelhafte Zusammenarbeit zwischen Stadt und Werbegemeinschaft und die „messerscharfe“ Trennung der Zuständigkeiten. Die CDU war uneingeschränkt für den Vorschlag. Doch eine Mehrheit gab es nur für die Themen sanitäre Anlagen und Gastronomiekonzept.
Bürgermeister Werner Arndt war ob der Entscheidung sichtlich konsterniert. Er hatte für den Zuschuss geworben: Das Geld sei der Rückenwind für die positive Entwicklung, die im Stern abzusehen sei. Es sei offenbar ein Freizeitsport in Marl, den Stern schlechtzureden, beklagte er und kündigte dann an: „Ich bin sicher, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten positive Nachrichten zu verkünden haben. Da wird manch einer staunen, was wir zu verkünden haben.“
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