Herten macht Schluss mit Alkohol-Ekszessen

Vest (eib/mc). Für die nächste Ratssitzung wartet die Stadt Herten mit einer ungewöhnlichen Beschlussvorlage auf: Sie möchte ein generelles Alkoholverbot in der Stadt durchsetzen. Insbesondere ein Dorn im Auge der Verantwortlichen sind die Ekszesse auf dem Otto-Wels-Platz. Hier treffen sich Jugendliche und frönen dem Alkoholkonsum. „Das war noch vor einem Jahr kein Problem“, sagt Pressesprecherin Nele Däubler. „Doch mit der Zeit hat sich das gewandelt, so dass wir jetzt durchgreifen müssen.“ Vor allem die Folgeerscheinungen des Alkoholgenusses setzen den Bürgern der Stadt zu. Pöbeleien, Randale und das Urinieren an Hauswände oder Bäumen sei zunehmend schlimmer geworden. Dass damit das Problem nur verlagert wird, nimmt die Stadt gelassen. Sie wollen versuchen, mit entsprechenden Angeboten auf „ihr Klientel“ einzuwirken.

Etwas längere Erfahrung hat man bei der Stadt Datteln. Hier gilt schon länger ein Alkoholverbot in der Innenstadt.

Kein Alkoholverbot gilt in der Stadt Recklinghausen. „Wir haben zwar unsere Brennpunkte wie den Busbahnhof, doch die haben wir fest im Blick.“ Bereits seit geraumer Zeit fordern einige Fraktionen im Rat ein entsprechendes Verbot. Bislang konnten sie sich aber nicht durchsetzen. „Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit und Alkholgenuss sind doch zwei Paar verschiedene Schuhe”, erläutert dazu Ordnungsamtsleiter Axel Petersmeier. „Trinke ich oder Otto Normalbürger ein Glas Wein in der Öffentlichkeit, ergibt das noch lange keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung.“ Erst durch die Folgeerscheinungen könne sich eine abstrakte Gefahr verwirklichen. „Und da haben wir doch mit Platzverweisen und ähnlichen Mitteln durchaus probate Handlungsinstrumente“, ist Petersmeier sicher, dass es vorerst keines Verbotes bedarf.

Ähnlich sieht das wohl auch die Stadt Oer-Erkenschwick. Laut Pressesprecher Peter Raudszus gibt es eine solche Ordnungsverfügung nicht.

In Dorsten griff die Polizei im vergangenen Sommer mehrfach mit organisierten Kontrollen durch. Der Busbahnhof in unmittelbarer Nähe zum Altstadt-Jugendheim hatte sich zu einem beliebten Treffpunkt alkoholisierter Jugendlicher entwickelt. Das weitläufig unübersichtliche Gelände eignet sich auch sonst bestens für Aktivitäten, die das Licht scheuen. Bürgermeister Lambert Lütkenhorst kündigte an, auch in Wulfen (Heidbruch) oder am Westwall (Ehrenmal) würden Polizei und Ordnungsamt regelmäßig vorbeischauen. Seitdem ist die Zahl der Klagen deutlich weniger geworden.

In Marl machten Trinker den Weg zwischen Einkaufszentrum und Citysee unsicher. „Warsteinermeile“ hieß deshalb die Gegend. Inzwischen wird der See samt Umgebung umgebaut, der Treffpunkt ist derzeit weg.

Stattdessen kam es immer häufiger zu Randale am Busbahnhof, die gläsernen Windfänge wurden erst zerkratzt, dann zerschlagen. Polizeikontrollen verscheuchten die Jugendlichen nur vorübergehend. Deshalb soll nun eine Videokamera den Platz überwachen. Rundum zufrieden ist man aber weder in der Politik, noch im Rathaus, noch bei der Polizei: Die Jugendlichen würden sich einen anderen Treffpunkt suchen. Das Problem werde nur verlagert.

Sunday, 7. March 2010, 11:51 • Verfasst in Dorsten

1 Kommentar:

Webnews.de schrieb,

Trackback • 7. March 2010 @ 17:55

Herten macht Schluss mit Alkohol-Ekszessen…

Für die nächste Ratssitzung wartet die Stadt Herten mit einer ungewöhnlichen Beschlussvorlage auf…


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